Knappe Niederlage in Kapellen: Die Leistung macht Lust auf mehr! Kapellen gegen Xanten 18:14 (10:7)
Mit extrem viel Spannung und Vorfreude haben wir das erste Saisonspiel der neuen Spielzeit erwartet. Im Vorfeld gab es in unseren Köpfen allerdings auch viele Fragezeichen: Können wir in der höheren Klasse überhaupt mithalten? Sind wir als Mannschaft stark genug? Werden die Gegner alle viel größer und körperlich überlegen sein? Es waren viele Ungewissheiten, die unsere Spieler beschäftigten. Doch nach dem ersten Härtetest haben wir die wichtigste Antwort schwarz auf weiß: Ja, wir können absolut mithalten!
Unsere Saison startete mit einem Auswärtsspiel beim TV Kapellen. Da die Gastgeber eine AK-Mannschaft (außer Konkurrenz) stellen und ältere Spieler im Kader haben, läuft die Partie für sie ohne Wertung. Für uns war es dennoch der lang ersehnte Gradmesser.
Unsere Mannschaft erwischte einen Start nach Maß. Hellwach in den Zweikämpfen und treffsicher im Abschluss führten wir schnell mit 4:1. Die recht offensive Deckung von Kapellen bereitete uns anfangs überhaupt keine Schwierigkeiten. Wir fanden immer wieder die Lücken, marschierten konsequent Richtung Tor und belohnten uns mit schnellen Treffern. Hier konnte Sarah ihren ersten Treffer markieren, worüber sie sich mit der ganzen Mannschaft freute.
Nach sechs Minuten reagierten die Gastgeber mit der ersten Auszeit – und die zeigte Wirkung. Kapellen kam deutlich besser ins Spiel und stellte die Defensive kompakter auf. Unser Rückraum fand kaum noch Mittel, um sich entscheidend durchzusetzen. Kapellen erzwang immer wieder Fehlpässe und nutzte diese eiskalt zu schnellen Gegentoren aus.
In unserer fälligen Auszeit stellten wir um: Mehr Arbeit mit Einläufern sollte her! Ein probates Mittel, denn unsere pfeilschnellen Außen kamen dadurch das eine oder andere Mal völlig frei zum Abschluss. Dennoch ging es mit einem 7:10-Rückstand aus unserer Sicht in die Kabine.
In der Halbzeitpause herrschte trotz des Rückstands eine positive Stimmung. Wir hatten uns bis dahin teuer verkauft! Die Marschroute für die zweiten 30 Minuten war klar:
- Fehler minimieren: Die Fehlpässe im Rückraum, die Kapellen immer wieder zu Tempogegenstößen einluden, mussten dringend unterbunden werden.
- Körperlichkeit annehmen: Der robuste Auftritt der Gastgeber hatte den einen oder anderen in unseren Reihen sichtlich beeindruckt. Hier galt es, voll dagegenzuhalten.
- Flexibilität im Angriff: Weg vom statischen Positionsspiel, hin zu maximaler Bewegung ohne feste Positionen. Wir mussten den Gegner ins Laufen bringen – genau hier sahen wir unseren konditionellen Vorteil.
Alle waren sich einig, der Teamgeist war spürbar und die Mannschaft brannte darauf, das Spiel zu drehen. Doch die zweite Halbzeit schreibt oft eigene Gesetze, und es kam leider anders als geplant…
Kapellen kam deutlich wacher aus der Kabine als wir. Mit schön herausgespielten Doppelpässen hebelten die Gastgeber unsere Abwehr ein ums andere Mal aus. Es war ein regelrechter Sturmlauf der Heimmannschaft, den wir dringend unterbinden mussten. Beim Stand von 8:16 zog unser Trainergespann die Notbremse: Auszeit!
In der Besprechung schworen wir uns noch einmal auf unseren Schlachtplan ein. Wir wollten dieses Spiel unter keinen Umständen einfach so abschenken – und dieser Weckruf saß. Plötzlich wachte die Mannschaft auf! Mit einer tollen Moral und viel Herzblut holten wir Tor um Tor auf. Kurz vor dem Ende stand es plötzlich nur noch 13:16 und der Gegner sah sich gezwungen, seinerseits eine Auszeit zu nehmen.
Wir waren voll am Drücken und der Glaube, die Partie noch komplett zu drehen, war zum Greifen nah. Drei Minuten Restspielzeit für drei Tore – machbar! Doch in dieser absoluten Crunchtime agierten wir leider einen Tick zu hektisch. Kapellen nutzte unsere Nervosität, konnte noch einmal nachlegen und die Partie letztlich für sich entscheiden. Den Schlusspunkt setzten allerdings wir: Mit der Schlusssirene gab es noch einen 7-Meter für unser Team, den Mathilda eiskalt im Netz versenkte.
Viel Positives für die kommenden Aufgaben
Nach 40 Minuten stand ein 14:18 auf der Anzeigentafel. Auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hat, haben wir uns extrem teuer verkauft und gezeigt, dass wir durchaus Chancen auf den Sieg hatten. Wir nehmen unheimlich viel Positives aus dieser Partie mit – aber natürlich auch einige Punkte, an denen wir im Training ansetzen müssen.
Ein paar Sonderlobes haben sich die Mädels heute redlich verdient:
- Enie zeigte eine bärenstarke Partie, war im Angriff kaum zu bremsen und steuerte 3 Treffer bei.
- Das Torhüter-Duo Elin und Sophie zeigte über die gesamte Spielzeit eine solide Leistung. Beide konnten sich das ein oder andere Mal glänzend auszeichnen und wichtige Bälle festmachen.
Fazit: Weiter so, Mädels! Das Spiel hat gezeigt: Wir sind absolut auf dem richtigen Weg und freuen uns schon auf die nächsten Herausforderungen in der neuen Liga!
Tore: Enie Scheppers 3, Mathilda Siebel 3/1, Marie Watermann 3, Sophie Hellhorst 2, Greta Möllemann 2, Sarah Giesen 1

