Auswärtssieg trotz Rumpfkader – Xanten gewinnt 17:8 in Borken (HZ 8:4)
Mit stark ersatzgeschwächtem Kader trat Xanten am späten Sonntagnachmittag die Reise nach Borken an – und konnte am Ende dennoch einen ungefährdeten 17:8 (8:4)-Erfolg verbuchen.
Die personelle Situation sprach im Vorfeld eine deutliche Sprache: Die Mannschaft stellte sich nahezu von selbst auf. Gerade einmal zwei Auswechselspielerinnen standen zur Verfügung – und auch nur, weil Torhüterin Elin zusätzlich auf dem Feld aushalf. Keine idealen Voraussetzungen also für ein Auswärtsspiel.
Schwerer Start und fehlender Rhythmus
Wie so oft bei späten Sonntagsspielen brauchte Xanten einige Zeit, um ins Spiel zu finden. Gedanklich schienen einige Spielerinnen eher auf der heimischen Couch als auf dem Feld zu sein. In der Abwehr fehlte die letzte Konsequenz, die Zuordnung stimmte nicht immer, und die Gastgeberinnen aus Borken machten ihre Sache ordentlich. Immer wieder wurde die Borkener Nummer 9 gesucht – und gefunden. Am Ende erzielte sie 7 der 8 Treffer ihres Teams.
Im Xantener Tor stand Sophie über die komplette Spielzeit zwischen den Pfosten. Sie erwischte keinen glücklichen Tag, bekam nur selten die entscheidenden Finger an den Ball und konnte so wenige Würfe entschärfen.
Zu kompliziert im Angriff
Im Angriffsspiel tat sich Xanten ebenfalls schwer. Zu viele technische Fehler unterbrachen den eigenen Spielfluss. Es fehlte an Klarheit in den Aktionen: Passen statt werfen, werfen statt passen, durchgehen oder abbrechen – oft wurden falsche Entscheidungen getroffen.
Zwar erspielte sich Xanten zahlreiche Torchancen, nutzte diese jedoch nicht konsequent genug. Die Borkener Torhüterin schien die Würfe der Gäste zeitweise magisch anzuziehen – immer wieder landeten die Bälle direkt in ihren Armen. Wurden die Würfe allerdings platziert in die Ecken gesetzt, führte dies meist zum Torerfolg.
Lichtblicke trotz durchwachsener Leistung
Beste Werferin auf Xantener Seite war Lisa mit sechs Treffern. Sie zeigte im Angriff eine ordentliche Leistung und verwandelte ihre Chancen konsequent.
Auch Elin verdiente sich ein Sonderlob: Auf der rechten Außenbahn zeigte sie eine engagierte Leistung und krönte ihren Einsatz mit zwei Treffern. Oder, um es mit Franks Worten zu sagen:
„Ein guter Torhüter kann auch auf dem Feld spielen.“
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.
Tore: Lisa Giesen 6, Mathilda Siebel 3, Amelie Venhoff 2, Amelie Hellhorst 2, Elin Gökcen 2, Marie van Nahmen 1, Sophie Hellhorst 1
Fazit
Am Ende steht ein klarer 17:8-Auswärtssieg auf der Anzeigetafel – und dennoch fühlt sich das Spiel nicht wie eine rundum überzeugende Vorstellung an. Xanten hat trotz personeller Engpässe nichts anbrennen lassen, blieb über weite Strecken spielbestimmend und gewann verdient. Gleichzeitig war deutlich zu erkennen, dass noch viel mehr in der Mannschaft steckt, als an diesem Sonntagnachmittag gezeigt wurde.
Vielleicht sind späte Sonntagsspiele einfach nicht unsere Bühne. Tempo, Konsequenz und Entscheidungsfreude blieben phasenweise hinter den eigenen Ansprüchen zurück.
Für Außenstehende mag es mitunter verwunderlich wirken, warum der Trainer trotz klarer Führung lautstark korrigiert und antreibt. Doch genau darin liegt der Anspruch: Es geht nicht nur ums Gewinnen, sondern darum, das vorhandene Potenzial konsequent auszuschöpfen. Mannschaft und Eltern wissen das einzuordnen – die Kritik ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck des Vertrauens in die Fähigkeiten der Spielerinnen.
Unterm Strich zählt der Sieg. Noch wichtiger ist jedoch die Erkenntnis, dass wir mehr können. Am kommenden Sonntagmorgen gegen Neukirchen bietet sich die nächste Gelegenheit, genau das zu zeigen.

